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Schauplatz |
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Ungefähr 1992 entdeckte ich die philosophisch-wissenschaftliche Gedankenwelt des Konstruktivismus (in der jede/r Schöpfer/in ihrer/seiner eigenen Interpretationen und somit ihres/seines Weltbildes ist, da es keine Wahrnehmung ohne gleichzeitige Deutung gibt und weil unser Gehirn ein in sich (kurz-)geschlossenes System ist) und war sofort begeistert. Diese Theorie beeinflusste mein Denken und Arbeiten sehr stark.
Diese Gedanken wurden später wieder zurückgedrängt von der Lust am Malen. Ich wünsche mir, dass meine Bilder von ihr erzählen. Und von der Notwendigkeit zu malen. Von der Spannung, die den Weg von der Idee bis zur Signatur begleitet. Erzählen von der unbändigen Lust am Detail, an dessen liebevoller Gestaltung. Daraus entwickelte sich der Begriff "Slow-Art".
Vom maßlosen Vergnügen an visueller Erotik, sei es explizit, sei es in Form eines Wassertropfens, einer Heidelbeere, eine Körperwölbung oder eines zufällig entstandenen abstrakten Musters, das durch intensive Farbgebung aufleuchtet.
Außerdem ist es mir ein Anliegen, "den Verstehensprozess gleichzeitig zu ermöglichen und verunmöglichen" (Adorno).
Erstes durch Verwendung allgemein bekannter Alltagsgegenstände und -themen in meinen Bildern, zweites durch ungewöhnliche Kombination und Verschmelzung von scheinbar getrennten Ebenen des Lebens.
Dieses Jonglieren mit Ebenen; mit (teils inszenierten) Oberflächen, die allen sichtbar sind und den darunterliegenden Schichten wie Fantasien, Träume, Sehnsüchte und Einbildungen ist ein wichtiger (spielerischer) Aspekt vieler meiner Arbeiten.
Die daraus resultierende Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit sind durchaus beabsichtigt und versuchen, eine überkommene Bedeutungszuweisung zu erschüttern.
Dann ist da noch die Wonne des Produzenten, die sich bei der Betrachtung des Selbstgeschaffenen wie in einem Spiegel an sich selbst entzündet, erregt. Kurzschluss.
Erfolg bedeutet für mich u. a., wenn die Betrachtung meiner Bilder zu einem sinnlichen Erlebnis, die Lust am Malen wieder zur Lust am Sehen wird.
Der Kreis schließt sich zum zweiten Mal. Wir schmoren im eigenen Saft. Kurz. Schluss. Das ist der Schauplatz für visuelle Kurzschlusserotik. |
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